Greenscreen Technik im TV-Studio – Spezialeffekt aus der grünen Box

„In Hollywood ist ja eh nur alles Fake.“

Diesen Satz hat jeder schon einmal im Kino oder beim Fernsehabend Daheim gehört, wenn aufwendig programmierte Spezialeffekte über die Leinwand flimmern. Die Greenscreen Technik macht es möglich, dass die Hobbits, Elben und Menschen gegen 10.000 Orks kämpfen, und nicht nur gegen 10, oder dass Neo in Matrix von Haus zu Haus springt. Doch was steckt hinter der Greenscreen Technologie und kann auch ein normaler Hobby-Filmer damit arbeiten?

Das Chroma Key Verfahren: die Technik hinter Greenscreen

Greenscreen Technik im TV

Greenscreen und Bluescreen Technik helfen bei der Freistellung von Motiven für Effekte (c) Regina Prutek / pixelio.de

Die Greenscreen Technik basiert auf dem sogenannten Chroma Key Verfahren und war zunächst gar nicht grün, sondern blau. Im Film „King Kong“ von 1933 wurde zum ersten mal ein blauer Schirm benutzt, um Gegenstände, Personen und Skylines nachträglich in den Hintergrund einer Aufnahme einzufügen.

Die Idee ist denkbar einfach: Eine Person oder ein Gegenstand wird vor einem Hintergrund gefilmt, der sehr gut ausgeleuchtet ist und aus der jeweiligen Farbe, Greenscreen oder Bluescreen, besteht. In der Video Bearbeitung wird dann im Nachhinein die blaue, bzw. grüne Farbe einfach aus dem Bild entfernt – diesen Prozess nennt man Freistellen, oder auch Keying – wodurch ein „Leerraum“ entsteht. In diesen freien Raum legt der Video-Techniker dann ein anderes Video, einen Text oder eben Computer-Effekte.

In der heutzutage modernen Digital-Bearbeitung von Film- und Bildmaterial ist man auf keine Farbe, wie Blau oder Grün mehr angewiesen – statt dessen kann jede Farbe als Hintergrund verwenden. Dieses modernere Greenscreen Verfahren nennt man Chroma Key.

Greenscreen im Einsatz

Greenscreen Technik findet viele Einsatzbereiche. In Filmen dient sie als „Platzhalter“ für alle möglichen Computereffekt, die im finalen Film oder Video mit den Protagonisten oder Gegenständen vor der Kamera interagieren. Ein moderner Film kommt ohne Greenscreen nur selten aus – allen Technik-Gegnern und Nostalgikern zum Trotz.

Greenscreen im TV

Ein besonders wichtiger Einsatzort für den Greenscreen ist das Fernsehen. Insbesondere Nachrichtensendungen machen sich das Verfahren zu Nutze. In grünen Studios werden die Moderatoren abgefilmt und mittels Greenscreen Technik erscheinen auf dem Fernsehbildschirm Zuhause aufwendig animierte Studios, Bilder und Tabellen im Hintergrund und weitere Einblendung, die die Berichte anschaulich darstellen. Auch Wetter-Ansager stehen lediglich vor einem Greenscreen und bedienen sich eines externen (also für die Kamera nicht sichtbaren) Bildschirms, um sich selbst auf dem Bild und der Wetterkarte zu orientieren.

DIY – Greenscreen selber bauen

Greenscreen im modernen Nachrichtenstudio

Insbesonder Nachrichten Studios bauen auf Greenscreen Technik (c) bardo / pixelio.de

Ein Greenscreen ist im Grunde genommen nichts anderes als eine große grüne Fläche, die hinter dem eigentlichen Motiv aufgestellt wird. So etwas kann sich jeder Hobby-Filmer mit Ambitionen zu Effekten oder Video-in-Video Möglichkeiten auch ganz einfach selbst bauen. Was man dazu braucht ist ein großes Stück grüner Stoff, das auf ein Gestell gespannt wird. Das Gestell kann hierbei, zum Beispiel, aus Rohr-Verbindungen, die man sich in Einzelteilen einfach im Baumarkt besorgen kann, bestehen. Den Stoff verbindet man mit Ösen und Band an dem Gerüst, so, dass die grüne Fläche möglichst stramm und faltenfrei gespannt wird.

Werfen eventuelle Falten später Schatten auf den Schirm wird die Bearbeitung in Adobe Premiere oder anderen Videoprogrammen wieder aufwendiger. Aus diesem Grund, sollte der Greenscreen auch ausreichend beleuchtet sein. Das Licht sollte also nicht ausschließlich von vorne auf das Motiv treffen, da sonst ein Schatten auf den Greenscreen geworfen wird. Gefilmt werden kann eine solche Aufnahme mit jeder Kamera, von Cam Corder bis High Definition Video. Solange sich die grüne Farbe deutlich vom Vordergrund abhebt, wir die Bearbeitung am Computer um einiges leichter. Das macht den Greenscreen zu einem vielseitigen und essentiellen Video Zubehör, dass je nach Bedarf angepasst und selbst gebaut werden kann – also auch Kosten spart!



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2 Kommentare

  1. Wie macht man eigentlich Kamera Bewegungen (Zoom in, Zoom out, Dolly Bewegungen ect.) die auch auf dem Green screen sichtbar sind ? Braucht es dazu ein Speziellen Green Screen ? (Falls Ja, Kann man den auch selber Basteln? Und wie?) Oder eine Software? (Wenn Ja, Ist es eine Freeware für Mac?) Bitte Bald Antworten! (Wenn möglich auf meine E-Mail!)

  2. danke für den Beitrag. Wir werden auch einen Greenscreen bei uns in Studio bauen. Zu meiner Überraschung ist dass noch nicht mal teuer.

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